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5.6.7.8 im Black Cat: Roots Plus Camp

Gemessen an ihrem Auftritt in 'Kill Bill, Vol. 1,“ sind die 5.6.7.8 Roots-Rocker, die auf drei Gimmicks setzen: Geschlecht, Nationalität und Kostüm.

Am Mittwochabend im Black Cat löschte das kampflustige, rein weibliche japanische Trio diesen Eindruck nicht aus, sondern milderte ihn ein wenig. Die Band ersetzte Abendkleider durch Hosen – aber behielt die üppigen Frisuren bei – die Band spielte ein temperamentvolles Set von fast Retro-Rock-and-Roll.

Obwohl seine Musik in den 50er und 60er Jahren verwurzelt ist, verdankt das Tokyo-Trio eindeutig 70er-Jahre-Reinterpreten wie den Cramps und den Ramones.

Gitarrist Ronnie Yoshiko Fujiyama, Bassist Yoshiko Yamaguchi und Schlagzeuger Sachiko Fujii brachten Sam Cookes 'Shake', 'I'm Blue' von Shangri-las und 'Green Onions' von Booker T. & the MG eine punkige Prahlerei ein Instant-Oldie-Originale als „Woo Hoo“ – der bekannteste Song der Band, dank „Kill Bill“ und einer britischen Bierwerbung. Manchmal verschmolzen Cover und Originale und Teile des 'Batman'-Themas oder der Barbaren' 'Bist du ein Junge oder bist du ein Mädchen?' tauchte in einem der Lieder auf.

Die 5.6.7.8 waren nicht besonders eng, aber sie waren überraschend vielseitig. Yamaguchi und Fujii waren in den von ihnen dominierten Passagen solide und alle drei Musiker sangen. Die meisten Überraschungen kamen von Fujiyama, dessen Gitarrenspiel viel freier war als das der meisten Rock-Revivalisten. Sie nahm gelegentlich Reggae-Licks auf, zeigte eine Affinität für Fuzz-Ton und Feedback und beendete das Hauptset mit einem Rave-Up, das Lou Reed aus der 'White Light/White Heat''-Periode suggerierte. Sollten sich die 5.6.7.8 jemals dazu entschließen, die Campiness mit den Kleidern im Schrank zu parken, könnten sie ihre Gimmicks einfach irrelevant machen.

-- Mark Jenkins