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BATMAN': DER RIDDLER FÜR IMMER?

In Bezug auf die Freuden, die man normalerweise von Hollywood-Filmen mit großem Budget erwartet, ist 'Batman Forever' mit Abstand der zugänglichste und befriedigendste der drei Filme, die auf den Abenteuern von Bob Kanes Dark Knight basieren. Manchmal spannend, aber selten inspiriert, ist es durchaus – fast perfekt – angemessen.

Mit seinen klareren Erzählsträngen, seinem witzigen, selbsterniedrigenden Ton und seinem konventionelleren neuen Hauptdarsteller ist 'Batman Forever' wahrscheinlich viel näher an dem, was die meisten Leute erwartet hatten, als Warner Bros. begann, den Comic mit 'Batman' für die Leinwand zu adaptieren “ im Jahr 1989. Für eingefleischte Fans schien Michael Keaton, Star der ersten beiden Folgen, immer eine ausgefallene Wahl zu sein – sie beschwerten sich, dass er zunächst zu klein sei, um ein Superheld zu sein – und mit einem dunklen Visionär wie Regisseur Tim Burton an der Spitze schafften es 'Batman' und 'Batman Returns' aus dem Jahr 1992, fast gegen sich selbst zu Blockbustern zu werden. Der Geselle Joel Schumacher führte bei „Batman Forever“ Regie und hat ein Franchise rehabilitiert, das für einige von Burtons höchst eigenwilligen Exzessen untergraben wurde. Im Gegensatz zu Burton trödelt Schumacher nicht oder lässt sich von Randthemen ablenken; er lässt die Geschichte zügig von einem Vorfall zum nächsten springen. Batman (gespielt von Val Kilmer) soll wie immer Gotham aus den Fängen der Verrückten retten – diesmal sind es Two-Face (Tommy Lee Jones) und der Riddler (Jim Carrey). Und wie üblich muss der Held diese Herausforderung gegen seine wachsende Verliebtheit in eine schöne Frau abwägen – in diesem Fall eine kriminelle Psychologin namens Chase Meridian (eine glanzlose Nicole Kidman).

Der Unterschied ist, dass es in „Batman Forever“ tatsächlich um seine Geschichte geht und nicht – wie bei Burton – um einen Konflikt, der tief im Subtext des Films vergraben ist. Infolgedessen ist Schumachers Film leichter zu verfolgen als Burtons. Vorbei sind die Blitze der Poesie, die makabre Größe und die Atmosphäre psychischer Dysfunktion. An ihrer Stelle ersetzt Schumacher einen altmodischen Sinn für Fleisch-und-Kartoffel-Filme mit einem leichten Euro-Disco-Flair.

Seltsamerweise wirkt „Batman Forever“ eher wie eine Fortsetzung als „Batman Returns“. Als Batman und sein Alter Ego, den Millionär Bruce Wayne, ist Kilmer ein traditionellerer Frauenschwarm als Keaton. Aber während Kilmer in anderen Filmen – insbesondere in „The Doors“ und „Thunderheart“ – beachtliches Charisma gezeigt hat, erhebt er weder einen starken Anspruch auf Wayne noch auf den Superhelden darin. Unter dieser Körperpanzerung wirkt er ein wenig . . . Dosen.

Bis zu einem gewissen Grad ist Batman jedoch immer weniger lebendig als seine schurkischen Rivalen, und mit der illustren Präsenz von Jones und Carrey in Nebenrollen scheint der Gute noch marginaler als sonst zu sein. Als Two-Face, der ehemalige Staatsanwalt von Gotham, dessen Gesicht bei einem Unfall im Gerichtssaal schrecklich vernarbt war, gibt Jones eine Wiederholung seiner kompromisslosen Leistung in 'Cobb' wieder (wenn auch mit weitaus weniger erfreulichen Ergebnissen). Aber nicht einmal dieser reumütige Schinken kann es mit Carrey aufnehmen, dessen Riddler wie eine Kombination aus Fred Astaire und Caligula ist. Gekleidet in hautengen Bodys, die mit Fragezeichen bedeckt sind, ist der Riddler ein lebendes Rätsel – ein Ausdruck purer Irrationalität – und mit seinen scharfen, tänzerischen Bewegungen verleiht ihm Carrey eine quixotische Trickster-Energie, die aufrichtig böswillig erscheint. Es ist seine Show.

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Die andere bemerkenswerte Ergänzung der Serie ist Chris O'Donnell, dessen selbstbewusster erster Auftritt als Robin Kilmers Debüt in der Hauptrolle in den Schatten stellt. Wie Batman selbst verlor Dick Grayson (aka Robin) seine Eltern an Kriminelle. Aber anstatt über seinen Verlust zu grübeln, springt der Möchtegern-Held sofort zu seiner Rache und verleiht der Geschichte ein dringend benötigtes Gefühl von Feuer und Dringlichkeit.

Mit Burtons Regie waren die 'Batman'-Filme seltsam ernst, fast mythisch; Schumachers „Batman Forever“ führt die Geschichte zu ihren Pop-Ursprüngen zurück. Es mag dunkel sein, aber es ist nicht schwer. Batman Forever wird in den Kinos der Gegend mit PG-13 bewertet. Bildunterschrift: Bis zu bekloppt: Jim Carrey als Riddler, rechts, stiehlt die Show in 'Batman Forever'. Tommy Lee Jones, links, ist Two-Face. Bildunterschrift: Unter all dieser Körperpanzerung kommt Val Kilmer ein bisschen wie Batman-in-a-can.