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CBS' HIGH SOCIETY: ABSOLUT SCHRECKLICH

Es scheint eine gewisse Verwirrung zwischen den Geschlechtern in 'High Society' zu geben, der kreischenden neuen CBS-Sitcom, die heute Abend um 9:30 Uhr auf Channel 9 Premiere hat. Weibliche Charaktere in der Show verhalten sich wie Drag Queens - Männer spielen Frauen - und meine Drag Queens noch dazu, da die Darstellungen mächtig wenig schmeichelhaft sind. Das Ganze spielt sich wie ein frauenfeindlicher Albtraum.

'High Society' ist der zweite Versuch von CBS, die britische Sitcom 'Absolutely Fabulous' abzuzocken, die hier zum Anschauen im Kabel importiert wurde (der erste Klon war 'Cybill', der noch lief). 'Ab-Fab' handelt von zwei hedonistischen Wahnsinnigen, die durch London tummeln und toben. Warum es so skurril witzig rüberkommt, während diese neueste Imitation so lahm und fies wirkt, mag damit zu tun haben, dass 'Ab-Fab' von Frauen geschaffen wurde. Seine Charaktere hatten sowohl Komplexität als auch Stil.

„High Society“ hat nicht mehr Komplexität als Witz.

Die Premiere stellt uns Jean Smart als übellaunige Trash-Romanautorin vor, die stark raucht und trinkt und heute Abend in fetaler Position auf dem Esstisch ihrer besten Freundin auftaucht, wo sie in der Nacht zuvor eingeschlafen ist. Mary McDonnell spielt die beste Freundin, die einen großen Verlag leitet, aber nur, wie man uns erzählt, weil sie ihn in einer Scheidungsvereinbarung von ihrem Mann gewonnen hat.

In ihr raues Leben tritt Val, gespielt von Faith Prince, einem altbackenen College-Kumpel, der nicht nur geschieden, sondern auch mittellos ist. Sie möchte beim Verlag einziehen, aber der Romanautor hält sie für schrecklich un-schick und langweilig. Es kommt zu einer Art Krise, die offenbar die Grundlage für zukünftige Komikkonflikte in der Show sein wird.

Smarts Charakter ist eine schrille Todesfee, McDonnells ist ein wahrhaft androider Charakter, und Princes Charakter ist eine Tasche voller Hausfrauen-Klischees (sie macht Bundt Cakes und so weiter). Inzwischen sind die männlichen Charaktere im Wesentlichen Eunuchen, farblos und geschlechtslos gleichermaßen – obwohl Rechtsextreme, die das Fernsehen immer wegen seines angeblichen Liberalismus kritisieren, erfreut sein mögen, dass der einzige bewunderungswürdige Gefährte in der Show der 17-jährige Sohn des Verlegers ist. ein sauberer junger Republikaner.

Er ist eine neuere Inkarnation von Tante Mames Neffen Patrick.

Die zerfledderten Witze enthalten Verweise auf Menstruation, Genitalien und Fellatio, alles traurige Standardthemen in Sitcoms jetzt. Smart sagt McDonnell: 'Wenn jemand in Ihrer Badewanne einen Anfall hätte, würden Sie Ihre Wäsche wegwerfen.' Angenehm heitere Töne erklingen etwa nur von der zuverlässigen Veteranin Jayne Meadows als Mutter des Verlegers, voller Blechbläser und Pizazz, und Luigi Amodeo als sehr modebewusster männlicher Sekretär.

Italienisch-amerikanische Zuschauer mögen ihn jedoch für ein unnötiges ethnisches Stereotyp halten.

CBS, das Crumbling Broadcasting System, hat es geschafft, eine ziemlich solide Aufstellung am Montagabend aufzubauen, hauptsächlich mit Shows, die eine starke weibliche Anziehungskraft haben. Männliche Zuschauer schalten etwas so Kaltes und Grausames wie 'High Society' ein und fragen sich: 'Ist das das, was Frauen wollen?' kann nur hoffen, dass die Antwort darauf nein ist. Diese Komödie ist nicht ätzend; es ist giftig.