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Liebe Ekstase

Gestern Abend im Nissan Pavilion startete Cher ihre erste Tour seit neun Jahren mit einem ihrer typisch ausgefallenen Cover, U2s 'I Still Haven't Found What I'm Looking For'. Die 15.000 Zuschauer fanden jedoch genau das, was sie suchten: ein dynamisches, übertriebenes Spektakel mit acht Kostümwechseln (und acht damit verbundenen Perückenwechseln), sieben Musikern, sechs Tänzern, drei Videofilm-Retrospektiven und einer ewigen diva bringt altmodischen Glanz und Glamour auf die Bühne, wie wir ihn selten mehr sehen.

Besser noch, Cher lieferte ihre 90-minütige Karriere-Retrospektive mit fröhlicher Hingabe ab, ihr heiserer Rock-Träller war voll in jeden Song investiert, von der diskozierten U2-Hymne bis zu ihrer eigenen aktuellen Chart-Top-Single 'Believe', die hier mit Spinnakrobaten und Silber wiederholt wird -überzogene Kostüme heller als tausend Spiegelkugeln.

Für ihre Eröffnungsnummern erschien Cher mit hüftlangem rotem Haar und einem fließenden Kleid - denken Sie an Stevie Nicks in 'Carmen' -, das einen gesunden Glanz und strahlende Energie ausstrahlt. Sie hat die Bühne vielleicht genauso sehr vermisst wie ihre Fans sie auf einer, insbesondere mit dem Neo-Disco-Trommeln neuer Songs wie 'All or Nothing' und 'Strong Enough', ihrer eigenen Version von 'I Will Survive'.

Was Cher sicherlich hat. Obwohl sie kein Material im Zusammenhang mit Sonny und Cher machte (diese Ära wurde durch urkomische Videoclips in Erinnerung gerufen), besuchte sie zum ersten Mal seit den 70er Jahren die 70er Jahre wieder, zuerst mit der rührseligen Ballade 'The Way of Love, “ und dann in einem Medley ihrer klassischen Story-Songs „Half-Breed“, „Gypsies, Tramps & Thieves“ und „Dark Lady“. Für diese kleine Zeitreise mit einer riesigen Lavalampe und anderen historischen Referenzen trug Cher das lange, glatte schwarze Haar und ein Bob Mackie-Kleid, der Look, der uns zuerst auffiel. Ein Großteil der Show diente als Erinnerung an Chers Chamäleon-Charme – von den silbernen Quasten, die ihren Kopf und ihren Körper kaum umhüllten, bei „Take Me Home“ und dem dunklen Zigeuner-Zauber auf dem Flamenco-gewürzten „Dove L'Amour“ bis hin zum Platin Perücke und Überschall-Silberhose trug sie als offensichtliche Zugabe, 'Believe'. Kein Wunder, dass die Kostümwechsel so laut bejubelt und beklatscht wurden wie jeder von Chers alten Hits.

Es gab einige faszinierende Gegenüberstellungen und vereinzelte Triumphe: das beharrlich düstere „We All Sleep Alone“, das heutzutage anscheinend autobiografisch ist, gefolgt von der jubelnden Erleichterung von „I’ve Found Someone“; die schmerzende, moderne Power-Ballade „After All“ und ein 60er-Jahre-Doo-Wop-Klassiker „The Shoop Shoop Song (It’s in His Kiss)“; ein hartes Cover von Marc Cohns 'Walking in Memphis' mit einem selten gesehenen Videoclip, in dem Cher als Elvis verkörpert. Durch ihre engagierte Performance und durch Clip-Compilations aus ihrer Film- und Fernseharbeit erinnerte Cher das generationenübergreifende Publikum daran, wie viel Spaß sie macht und wie lange sie es macht und wie wenig überraschend es sein sollte, dass ihr neues Album das größte in einer Welt ist Karriere, die 35 Jahre zurückreicht. Gegen Ende der Show schmetterte Cher eine ihrer Metallklagen: 'Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte'. Nicht einmal Cher kann das, aber sie hat es geschafft, es 90 Minuten lang still zu halten.

Das letzte Mal, als Cyndi Lauper bei Nissan auftrat und für Tina Turner auftrat, war sie im achten Monat schwanger. Letzte Nacht schien Lauper trotz anhaltender Bronchitis und mit einem 18 Monate alten Kind im Schlepptau zu beweisen, dass auch Mütter einfach Spaß haben wollen. Nach einem flüchtigen Vorprogramm von Wild Orchid lieferte sie ein hochgeistiges, wenn auch kurzes Set ab, das die meisten ihrer Hits berührte und es ihr ermöglichte, die meisten ihrer Fans, einige buchstäblich, zu berühren: Auf einem Cover der „Disco Inferno“ von Trammps, Lauper sorgte für Furore, als sie in das Publikum eintauchte und eine volle Gloria Gaynor aufführte. Sie eröffnete mit einem druckvollen „She Bop“ und schweifte dann ein wenig mit weniger bekannten Melodien von leider übersehenen letzten Alben ab (einschließlich eines wild emoteten „Who Let In the Rain“). Zu den Highlights gehörten eine subtile Pastellwiedergabe von „True Colors“, ein gehärtetes „Money Changes Everything“ und ein publikumsgetriebenes „Girls Just Want to Have Fun“, das seinem Titel gerecht wurde.

Bildunterschrift: Cher in einem der acht Outfits – und acht Perücken – die sie letzte Nacht getragen hat.

BILDUNTERSCHRIFT: Chers Energie täuscht über ihre neunjährige Abwesenheit auf Tournee hinweg.