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'FARBE DER NACHT': BRUCE WILLIS, KAUM DA

Bruce Willis hat seine Pistole für die Rolle eines mutlosen Psychologen in 'Color of Night' eingepackt, einem verworrenen Psycho-Thriller, der den Mond verspricht und uns Bruces Hintern gibt.

Willis spielt Bill Capa, einen Psychotherapeuten aus Manhattan, der seine Praxis aufgibt, als eine Patientin aus seinem Büro in einem Wolkenkratzer in den Tod springt. Als eine Blutlache aus ihrem Körper sickert, erkennt Capa, dass er die Farbe Rot nicht mehr sehen kann. „Rot zu leugnen bedeutet Emotionen zu leugnen“, plappert Capas eigener Therapeut. Aber Capa ist dazu bestimmt, farbenblind zu bleiben, bis er für seine Fehler gesühnt ist.

Er reist nach Los Angeles, um bei einem erfolgreicheren Kollegen, Bob Moore (Scott Bakula), zu vergessen. Moore, dessen riesiges Haus vergittert, beleuchtet und anderweitig einbruchsicher ist, vertraut ihm an, Morddrohungen erhalten zu haben. Er vermutet, dass sie von einem der fünf Mitglieder seiner Montagabend-Therapiegruppe stammen, die nicht nur als Verdächtige, sondern auch als komische Erleichterung dienen.

Kurz nach dem Gespräch wird Moore erstochen in seinem Hochhausbüro aufgefunden. Der ermittelnde Beamte (der böse, respektlose Ruben Blades) besteht darauf, dass Capa die 'Eichhörnchenfarm' übernimmt und so den Täter entlarvt. Es ist keine Überraschung – hier tut sich wirklich nicht viel – wenn Capa das neue Ziel des Mörders wird. Inzwischen ist es für alle außer den dichtesten Zuschauern ziemlich offensichtlich, welcher der fünf in den Mord verwickelt ist.

Der Held stürzt sich in seine Arbeit mit der Gruppe, zu der Lesley Ann Warren, denkwürdig als zwitschernde Nymphomanin, und Brad Dourif, der als obsessiv-zwanghafter Anwalt urkomisch ist, gehören. Doch bald weicht dies Capas Beziehung zu der mysteriösen Rose (Jane March), einem zahnigen Bambi, der ihn vor Verlangen in den Wahnsinn treibt. March, ein Model, das ihr Filmdebüt in Jean-Jacques Annauds Adaption von 'The Lover' gab, hat zwei Schauspielstile - splitternackt und so.

Willis ist als Psychologe kaum glaubwürdig. Und Capa, die anscheinend bei Dr. Giggles Psychiatrie studiert hat, behauptet, ein besonderes Radar zu haben, wenn es um die Diagnose emotionaler Störungen geht. Wie kommt es in diesem Fall, dass der Film so verdammt lange weitergeht?

Unter der stilvollen Regie von Richard Rush markiert 'Color of Night' die mit Spannung erwartete Rückkehr des Filmemachers mehr als ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung seines Kultklassikers 'The Stunt Man'. Er schafft es, dieser unlogischen, überfüllten und unstrukturierten Geschichte etwas Schärfe und Schnörkel zu verleihen, aber schließlich kann uns nichts von ihrer schieren Albernheit ablenken.

Sicherlich nicht Bruce in seinem Geburtstagsanzug.

Color of Night wird in den Kinos der Gegend mit R für Nacktheit, expliziten Sex und Gewalt bewertet.