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CURTIS MAYFIELD

Zusammen mit Stevie Wonder und Marvin Gaye leitete Curtis Mayfield in den frühen 70er Jahren eine Progressive-Soul-Bewegung, die die musikalischen und lyrischen Grenzen von Rhythm and Blues auf eine Weise erweitert, die seitdem nicht mehr erreicht wurde. Als diese Bewegung Ende der 70er Jahre zurückging, verschwand Mayfield inmitten einer Flut von Klagen und schlechten Disco-Alben. Am Sonntagabend stand er jedoch wieder auf der Bühne des 9:30-Clubs, und mit Hilfe einer straffen, funky Rhythmusgruppe klang seine Musik so vital und innovativ wie immer. Mayfield hat immer noch seine Babybacken, aber zwischen ihnen spannt sich jetzt ein grauer Schnurrbart. Er klimperte mit dem Daumen auf seiner Gitarre und bekam den harfenartigen Klang, der sein Markenzeichen ist. Sobald er die Eröffnungsakkorde für 'Superfly' getroffen hatte, sein ironisches Porträt eines Ghetto-Rummels aus dem Jahr 1972, drängte das gemischtrassige Publikum auf die Bühne. Schlagzeuger Steve Green und Bassist Ron Scott schufen einen verführerischen, treibenden, ziehenden Groove, und Mayfields hohe, dünne Stimme schwebte über dem Funk und sang die Geschichte mit trockenem Realismus. Mayfield hat fünf Songs des 'Superfly'-Albums gemacht und 1974 den Protestsong 'We Got to Have Peace' und 1974 die Ballade 'To Be Invisible' hinzugefügt, die er für den Soundtrack von 'Claudine' und Gladys Knight geschrieben hatte. Alle sieben waren so gut verarbeitet und so kraftvoll gespielt, dass es unplausibel schien, dass Mayfield heute so dunkel bleibt. Auch mit sechs Songs aus seiner Zeit bei den Impressions greift der Singer-Songwriter bis in die 60er zurück, darunter eine bewegende, schillernde Version seines Pop-Gospel-Standards „People Get Ready“. Als er zu dem 1963er Hit 'It's All Right' von Impressions zurückgriff, sang die Menge die antwortenden Gesangsparts, als ob sie in der Kirche wären.