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Der Tod von Bling?

Das Wort 'Bling' wurde von jedem Zwei-Bit-Juwelier, der kubisches Zirkonium verkauft, überstrapaziert. Es wurde von praktisch allen Modepublizisten abgenutzt – die in den letzten fünf Monaten „Bling in the New Year!“ zirpten. -- und durch jeden Morgen TV-Moderator, der versucht, das x-te Weihnachtseinkaufssegment lustig und raffiniert klingen zu lassen. Der Gebrauch des Wortes ist zu einem nervösen Tick geworden, so hartnäckig wie ein trockener Husten und so nervig wie alte Leute, die 'Fett' und 'Geh, Mädchen!' sagen.

Wenn das Wort „Bling“ nie wieder von einem alternden Kulturbeobachter gesprochen wird – einem wohlmeinenden Babyboomer oder einer Mainstream-Nachrichtenagentur, die stolz darauf ist, „kantige“ Fachsprache in ihre Berichterstattung aufgenommen zu haben – dann wird 2006 ein gutes Jahr.

Bling – als Substantiv und Verb – entstand in der frühen Hälfte dieses Jahrhunderts mit Hip-Hop-Performern, diesen Schiedsrichtern der Coolness und Praktikern der exquisitesten Formen des auffälligen Konsums. Früher war „Bling“ Schmuck, Zierfelgen oder Goldzähnen vorbehalten – alles übertrieben auffällig und außerordentlich teuer. Es war ein großartiger Begriff, weil er die Qualität eines Klangeffekts hatte. Es bezog sich auf Accessoires, die so mutig und glitzernd waren, dass ihr Anblick gleichbedeutend war, direkt in tausend Kamerablitze zu starren. Klick, surr, bling! Das Wort beschrieb Gewgaws und Kugeln so wundersam extravagant, dass es nicht gelang, sie einfach als Schmuck zu bezeichnen.

Von Anfang an nahmen die Leute das Wort überschwänglich an. Es gelangte schnell in das Lexikon der Massenkommunikation: die Seiten von Wochenmagazinen, Zeitungsschlagzeilen und das Latte-Geplapper von Fußballmüttern. Es gab wenig Bedenken hinsichtlich der korrekten Verwendung. Es wurde auf alles mit dem geringsten Funkeln aufgetragen. Ein 1/4-Karat-Diamantring könnte als Bling bezeichnet werden. So könnte eine mit billigen Strasssteinen bestreute Brosche sein. Es gab keine Selbstbearbeitung, keine Erkenntnis, dass mit all dem Bling-Bling-Blinging alles furchtbar peinlich klang. Die Leute schleuderten urbanen Slang wie betrunkene Partyboys aus der Vorstadt.

Dennoch war es für eine Weile schwer, mit der Überbeanspruchung zu argumentieren. Es schien angesagt zu sein. Alles, was über den Laufsteg kam, in überfüllte Kaufhäuser gequetscht oder von der Ladefläche eines Kastenwagens verkauft wurde, schien mit etwas Glitzerndem verkrustet zu sein. Wenn das Wort nicht auf ein einzelnes Kleidungsstück zutraf, traf es sicherlich auf die gesamte Mode der Zeit zu. Die Stilindustrie war in Bling-Bling-Stimmung.

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Designer wie Miuccia Prada zelebrierten in den letzten Jahren kunstvollen Glanz bei Tageslicht. Prada verzierte Opa-Strickjacken und schwere Zopfstrickpullover. Sie dekorierte Tweedschuhe, Lederhandtaschen, Leibchen und Kleider.

Hip-Hop-Künstler wurden durchweg in Schläger-Denim und 20-Zoll-Diamantkreuzen fotografiert: 'Einfach Dank an Gott, von dem alle Segnungen fließen!' (Mehrmals auf die Brust schlagen und dann dramatisch in den Himmel zeigen.) Rapper 50 Cent war in so viele Diamant- und Platinmedaillons gehüllt, dass man sich gezwungen fühlte, eine Zeile aus dem Film 'I'm Gonna Git You, Sucka' zu paraphrasieren, die 1988 erstmals dokumentierter Tod durch Bling. 'Wie ist er mit all dem Zeug auf die Toilette gegangen?'

Jacob der Juwelier begründete seinen Ruf, indem er so viele Diamanten wie möglich auf einen Zeitmesser stopfte. Mary J. Blige erfand praktisch ghetto fabelhaft, einen Look, der an einen neureichen Streetstyle erinnert, der auf Diamanten, Pelzen und Designerlabels basiert.

wird es eine rezession geben

Aber bis 2005 hatten sich Mode und Hip-Hop verändert. Wo auf den Laufstegen alles perlenbesetzt war, gibt es jetzt schlichtes Schwarz und schlichtes Weiß. Pailletten wurden gegen Spitze getauscht. In diesem Herbst besuchte 50 Cent eine Modenschau von Giorgio Armani und trug Kleidung, die kaum flüsterte. Der Rapper, der zum Schauspieler wurde, hat sich in die würdevollen Grautöne der Wall Street verpackt. Blige hat ihren Fokus auf Chinchilla und Karat reduziert. Sie hat den Herrn und einen Stylisten gefunden, der die Bedeutung von diskret versteht.

Sogar Elton John, der Meister-Showman der Popmusik, hat sich diese Woche für seine Hochzeit mit David Furnish in Windsor, England, für einen nüchternen schwarzen Anzug entschieden. Bargeld-Geld-Flash gehört der Vergangenheit an. Die Leute tragen immer noch Ketten und Ohrringe. John hatte bei seiner Hochzeit einen Diamantstecker im Ohr. Rapper mögen immer noch ihre mit Juwelen besetzten Uhren und ihre Kreuzanhänger, die aus 20 Schritten sichtbar sind.

Aber das ist kein Bling. Das ist nur Schmuck. Die Künstler sind weitergezogen. Ebenso die Modebranche. Es ist an der Zeit, dass alle anderen dasselbe tun.

Alles, was glänzt, ist nicht mehr so ​​glitzernd: Sängerin Mary J. Blige, oben links, einst stolz Ghetto-Fabelhaft, hat sich zurückgezogen. Rapper und frisch geschlüpfter Schauspieler 50 Cent, ganz links, in Diamant und Platin gehüllt, hat behäbige Klamotten in seinen Kleiderschrank integriert. Der platinhaarige Popstar Gwen Stefani glänzt ziemlich. Rückruf: Die R&B-Sängerin Mary J. Blige (oben) tritt 2002 bei NBC und letzten Monat bei CBS auf. Im Jahr 2004 präsentierte Prada Outfits wie den glänzenden Mantel ganz links, ging aber dieses Jahr zurück zu schlichtem Weiß und schlichtem Schwarz. Rapper Nelly blitzt viel auf MTVs 'Total Request Live' in New York am 16. November.