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Mit dem Programm 'Debug' können Sie in Ihren Computer hineinschauen

Dies mag Sie überraschen, aber die Chancen stehen gut, dass Sie DEBUG haben. Wenn Sie wie die meisten PC-Besitzer heute das Betriebssystem MS-DOS oder PC-DOS verwenden, erhalten Sie dieses unschätzbare und faszinierende Dienstprogramm als Teil des Pakets. Da sich DEBUG jedoch wunderbar isoliert auf einer obskuren Platte namens 'DOS Supplemental Programs' befindet, die leicht ignoriert wird, wissen viele Benutzer nichts davon. DEBUG verdient Besseres.

Zugegeben, seine Hauptanwendung ist für leistungsstarke Programmierer, die DEBUG verwenden, um Probleme ('Bugs') in ihrem Assemblercode zu finden und zu beseitigen. Aber auch für uns leistungsschwache Computer-Alltagsbenutzer kann das Programm Spaß machen und lehrreich sein. Wenn Sie (oder Ihre Kinder) neugierig sind, was in Ihrem IBM-PC, PCjr oder Klon vor sich geht, ist DEBUG ein Ausgrabungswerkzeug, mit dem Sie in die Ecken und Winkel von Speicher, Festplatten und Programmen stöbern können. Es wird maschinensprachliches Kauderwelsch in eine für Menschen lesbare Form übersetzen. Es kann auch das Gegenteil tun: Es ermöglicht Ihnen, einfache Assemblerprogramme zu erstellen, ohne das Geld für ein separates 'Assembler'-Programm auszugeben.

Wenn Sie das CP/M-Betriebssystem verwenden, haben Sie eine leistungsfähige Variante von DEBUG namens 'DDT'. Dieses Akronym (es steht für 'Dynamic Debugging Tool') ist das einzige Wortspiel von CP/M: DDT kills bugs. Die allgemeinen Punkte, die wir hier zu DEBUG machen, gelten auch für DDT. Für Einzelheiten zur DDT-Nutzung müssen Sie sich an diese schrecklichen CP/M-Handbücher wenden.

Die Anweisungen für DEBUG in den MS-DOS-Handbüchern sehen ebenfalls abschreckend aus, aber das Programm kann ziemlich einfach zu verwenden sein.

Proteinquellen ohne Fleisch

Sie laden das Programm, indem Sie 'DEBUG' eingeben; die Diskette dreht sich und Sie sehen dann die klare DEBUG-Eingabeaufforderung, einen einfachen Bindestrich: '-'. An der Eingabeaufforderung geben Sie verschiedene Ein-Buchstaben-Befehle ein -- zB 'd' (um den Inhalt eines Speicherplatzes anzuzeigen), 'f' (um ihn mit neuen Daten zu füllen), 'a' (um ein Programm zusammenzustellen ) oder 'u' (um zu 'deassemblieren' oder Maschinencode in menschliche Form umzuwandeln). Auf jeden Befehl folgen die Speicherorte, an denen Sie arbeiten möchten.

Ein einfaches Beispiel: Tief im Read-Only-Memory jedes IBM-PCs verbirgt sich ein „Release-Datum“, das Ihnen sagt, wie aktuell Ihre Version des grundlegenden IBM-Steuerungssystems ist. DEBUG findet das Datum und übersetzt es in ein lesbares Formular. Geben Sie an der DEBUG-Eingabeaufforderung Folgendes ein (die Notation ' E ' bedeutet, dass Sie die EINGABETASTE drücken):

d f000:f555 fffc E

Dieser Befehl weist DEBUG an, den Inhalt des Speichers ab Adresse f000 anzuzeigen. Der Computer gibt eine Folge von hexadezimalen Zahlen und auf der rechten Seite des Bildschirms das Veröffentlichungsdatum Ihres Geräts zurück. Wenn Ihr Datum vor Mai 1981 liegt, weist Ihr System übrigens einige Fehler auf, die ein IBM-Händler für Sie beheben sollte.

Da DEBUG in das Herz der Betriebszentrale Ihres Computers eindringen kann, können Sie damit einige Standard-Bedienungsanleitungen oder Standardeinstellungen ändern oder 'patchen', die Ihnen nicht gefallen.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie haben den langweiligen Cursor, der auf dem IBM-PC und seinen Klonen gefunden wurde, satt - diese faden blinkende Linie. Es gibt eine Möglichkeit, einen alternativen Cursor zu entwerfen, aber Sie müssen wissen, wie Sie an die richtige Stelle im Speicher gelangen.

In einem BASIC-Programm können Sie Ihren Cursor mit der 'LOCATE'-Anweisung umgestalten. Geben Sie dieses einzeilige Programm ein:

10 BEFINDET SICH ,, 1,1,9 [E]

Geben Sie jetzt 'RUN' ein und voila! Da ist Ihr neuer Cursor. Aber es dauert nur so lange, wie Sie in BASIC sind. Im Gegensatz dazu können Sie mit DEBUG ein einfaches kleines Programm (das wir von Karl Koessel geliehen haben) zusammenstellen, das Ihnen jederzeit einen benutzerdefinierten Cursor liefert.

DEBUG aufrufen. Geben Sie an der Eingabeaufforderung '-' die folgenden Zeilen ein:

F100 LA B4 01 B5 02 B1 0A CD 10 20 [E]

R CX [E]

A [E]

N-cursor.com [E]

WIR]

Dieser 'W'-Befehl schreibt Ihr neues Programm auf die Festplatte. Wenn es fertig ist, erhalten Sie erneut die Eingabeaufforderung '-'. Geben Sie 'q' ein, um DEBUG zu beenden und zur DOS-Eingabeaufforderung zurückzukehren.

Geben Sie nun den Namen Ihres neuen Programms ein: 'CURSOR'. Das Programm wird ausgeführt und Sie erhalten Ihren neu gestalteten Cursor auf dem Bildschirm.

Um zum Standardcursor zurückzukehren, könnten Sie mit DEBUG ein neues Programm schreiben. Oder Sie machen einfach einen Warmstart (d. h. drücken Sie die STRG-ALT-ENTF-Kombination) und das System wird standardmäßig angezeigt.

Ich will damit nicht behaupten, dass die Möglichkeit zur Neugestaltung des Cursors die einzige Tugend von DEBUG ist. Stattdessen schlage ich vor, dass dies ein nützliches und interessantes Werkzeug ist, das Sie in eine starke Kraft auf Ihrer Maschine verwandeln können. Um dies weiter zu verfolgen, finden Sie den feinen Text 'Assembly Language Primer for the IBM PC & XT' von Robert Lafore (NAL 21,75 USD). Es zeigt, wie Sie das Beste aus DEBUG herausholen.