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EIN HELD IM ZWEITEN WELTKRIEG DÄNEMARK

Die Erfahrungen von Gustav Goldenberger und seiner Familie im Dänemark des Zweiten Weltkriegs wurden in 'Eine Chance, endlich Danke zu sagen' {Metro, 18. März} bewegend beschrieben. Erlauben Sie jemandem, der wie Herr Goldenberger in den 1930er Jahren in Dänemark aufgewachsen ist und ihm die Flucht gelang, ein fehlendes wichtiges Glied zu liefern: Georg Friedrich Duckwitz, 1943 Seeattache an der deutschen Botschaft in Dänemark.

Herr Duckwitz, ein tief religiöser Mann, war entsetzt über die nationalsozialistische Judenverfolgung, als er ihr volles Ausmaß entdeckte. Als ihm befohlen wurde, für die Juden den Seetransport nach Deutschland zu arrangieren, kontaktierte er sofort zwei dänische Politiker, die er für vertrauenswürdig hielt (beide dienten später als Premierminister) und erzählte ihnen, was er wusste. Sie wiederum informierten die jüdische Gemeinde und starteten den heimlichen Seetransport nach Schweden. Dann plante Herr Duckwitz, der unter anderem die deutsche Bootsreparatur im Hafen von Kopenhagen verantwortete, in einem eleganten Doppelspiel alle deutschen Patrouillenboote für die Reparaturen während des Seelifts so ein, dass die Küste buchstäblich klar war. Alle 8000 geflohenen Juden verdanken ihr Leben Georg Duckwitz, der unter großer Gefahr für sich selbst handelte: Die Nazis hätten ihn sicherlich wegen Hochverrats erschossen, wenn sie es herausgefunden hätten.

Nach dem Krieg verlieh der König von Dänemark Georg Duckwitz Dänemarks höchste Auszeichnung. In der wohl wohlüberlegtesten aller diplomatischen Ämter wurde Herr Duckwitz 1955 als erster deutscher Nachkriegsbotschafter nach Dänemark zurückgeschickt. Man hofft, dass sein Beitrag bei der Eröffnung im Holocaust-Museum gewürdigt wird.

Dies wäre eine viel bessere Welt, wenn alle Beamten Georg Duckwitzs Prinzipien nachahmen würden, die dem Eigeninteresse vorgehen.

RUDOLPH E. HIRSCH Washington