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JAMES MICHENER'S ALASKA GOLD, GLETSCHER UND GRANDEUR

ALASKA

Von James A. Michener

Beliebiges Haus. 868 Seiten 22,50 $

MENSCHEN, die über Alaska schreiben, versuchen immer, einen Weg zu finden, mit seiner erstaunlichen Größe klarzukommen; man sagt, wenn man täglich tausend Morgen zurücklegt, könnte man die Weite in tausend Jahren nicht erkunden. Statistiken greifen den Verstand an – 586.000 Quadratmeilen; 39 Bergketten; 10.000 Flüsse und Bäche.

Aber um das Maß von Alaska zu bekommen, ist es nicht einfach, physikalische Eigenschaften zu katalogisieren oder auf eine Schönheit zu plädieren, die sprachlos ist. Was Alaska teilweise so extrem macht, ist seine Fähigkeit, bei seinen leidenschaftlichen Bewohnern eine Reaktion von gleicher Intensität hervorzurufen. In Alaska zu leben, selbst wenn Sie weiße Lackschuhe tragen und Immobiliengeschäfte abschließen, bedeutet, dass Ihr Leben von einer poetischen Intensität geprägt ist. Es gibt keinen besseren Ort, um Rilke diesseits Europas zu lesen. Wo Härte die Schönheit ergänzt, ist das Leben eine Kunst.

In seinem neuen historischen Roman Alaska hat James A. Michener das Problem gelöst, nicht tausend Jahre Zeit zu haben, um den ganzen Staat abzudecken, indem er eine Armee von Forschern beschäftigt. Alaska wird nicht zuletzt der Größe des „Großen Landes“ gerecht. Auf 868 Seiten, vollgestopft mit Daten, historischen und fiktiven Figuren, spannt das Buch einen katholischen Bogen vom milliardenjährigen Autoscooterzeug der Plattentektonik bis zu den politischen Umbrüchen der Gegenwart. Es umfasst fiktionalisierte Geschichten der Ureinwohner des Staates; Russische Exploration und Besiedlung; der große Klondike-Goldschlag; Lachsfischen; Kampfgeschichten aus der Kampagne des Zweiten Weltkriegs in den Aleuten; der Bau des Alcan Highway. Es gibt wirklich nichts Wichtiges, das Michener nicht einschließt, und das ist das Problem.

Die Ästhetik der Küchenspüle sagt, dass nichts überflüssig ist. In Alaska mangelt es nicht an Erklärungen zur Richterskala, Ratschlägen zum Fahren eines Caterpillar-Traktors, zum Abdichten eines Flussbootes und an Ausrüstung für eine Besteigung des Denali. Sogar Dashiell Hammett macht einen Cameo-Auftritt; der Buschkundschafter Nate Coop entdeckt ihn auf Adak: »Ist er ein Schauspieler?«, fragte er einige Flieger, als sie das Gespräch mit Hammett beendeten. »Nein«, sagten sie. 'Noch schlimmer. Er ist Schriftsteller.' '

Ein unnötiger Bogen, der aber die Frage aufwirft: Sind die Autoren historischer Romane frei von der Verpflichtung, Charakteren ein Gefühlsleben zu geben? Sollte das Verlagsgenie hinter Hawaii, Texas und Chesapeake und zahlreichen anderen Büchern an seiner Formel manipulieren und den Charakteren echte Persönlichkeiten, eigenwillige Träume, originelle Gedanken verleihen? Michener knabbert an der Geschichte wie die riesigen mannshohen Biber, die einst an den borealen Wäldern nagen. Seine Stärke ist der schiere Vorwärtsdrang seiner Erzählung. Hin und wieder baut er die Zuneigung des Lesers zu seinem Volk auf. Aber weil sie als Totems angelegt sind, hat man nie das Gefühl, sie gekannt zu haben. Zeit mit ihnen zu verbringen ist wie die Nachrufe von Journalisten zu lesen – die Männer sind alle Kontext; es sind die Geschichten, die sie abgedeckt haben.

IN Alaska gibt es nicht viel zu unterscheiden von Vitus Bering, dessen Name in der Beringstraße und dem Beringgletscher weiterlebt, und einer fiktiven Figur wie Matriarch, einem 44-jährigen Wollmammut. Zu seiner Ehre macht Michener den mutigen Schritt, in den Geist des Mammuts einzudringen. Und zu ihrer Ehre hat Matriarchin den gesunden Menschenverstand, nicht wie die zweibeinigen Charaktere zu reden. Die Zweibeiner sind direkt aus einer Miniserie und sagen Dinge wie 'Flatch, ich habe dich beobachtet. Sie kommen nicht besser. Ich möchte, dass Sie Ihren viersitzigen Waco zurückgeben.'

Alaska verwöhnt uns mit den Machenschaften russischer Entdecker und Botaniker, amerikanischer Reeder, Otterjäger, Buschpiloten, kluger Mischlingsfrauen, Goldsucher. Michener hat zu Recht Verständnis für die Ureinwohner Alaskas – Aleuten, Athapasken, Eskimos – und erforscht ausführlich ihre Bräuche, ihre Schamanen, ihre Rituale und Prüfungen. Auch hier sind die Berichte über Soziologie lang; die 'Poesie' des Innenlebens wird meistens empfangen, nicht eingebildet.

Seine Vision von der Zukunft des Staates ist düster: Der Befürworter des Naturschutzes – ein Mann, der daran glaubt, den Eingeborenen zu helfen, ihre Lebensunterhaltsjagdkultur zu bewahren – wird von einem Tsunami weggespült, und der Großwildjäger, der es will, in der beliebten Alaska-Phrase das Land zu 'kalifornieren', überlebt. Dies ist ein Gebiet, das in Joe McGuinness' Going to Extremes und John McPhees Coming Into the Country deutlicher behandelt wurde.

Alaska ist ein Ort, an dem die persönliche Reaktion auf das Land Teil dessen ist, was das Land ist: In der Wildnis sind wir von einem Gefühl unserer eigenen Grenzen geprägt; wir kennen eine Grenze zwischen den Welten; wir treten in eine Beziehung zum Unendlichen, um unsere Mysterien besser zurückgespiegelt zu sehen. Schriftsteller, die dies nicht ausreichend berücksichtigen, können die Details richtig verstehen, aber den Geist des Ortes völlig vermissen. :: Chip Brown ist ein ehemaliger Chefredakteur von The Homer (Alaska) News. Er lebt und schreibt in New York City.