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Kidman, Moore und Streep in ihren schönsten 'Stunden'

VIRGINIA WOOLF hat ihrem Mann eine schmerzlich anmutige Entschuldigung für das geschrieben, was sie jetzt tun muss, und eine Anerkennung für alles, was er für sie durchgemacht hat. Sie verlässt ihr Haus und geht mit unerschütterlicher Absicht zum örtlichen Fluss – der Ouse. Sie hat schwere Steine ​​in ihren Taschen.

In 'The Hours' löst der Tod der heimgesuchten, brillanten britischen Autorin (gespielt von Nicole Kidman) eine fatale Welle aus. Jahrzehnte später werden zwei Frauen (gespielt von Julianne Moore und Meryl Streep) die traurigen, ängstlichen Rhythmen von Woolfs Leben und Tod spüren.

Der Film, der auf Michael Cunninghams mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetem Roman basiert, ist zutiefst bewegend, aber nicht nur für drei Geschichten voller Qual, Mut und Inspiration. Mit seiner geschickten Verschränkung von Ort und Zeit erzeugt der Film ein starkes Gefühl von Mystik und Schicksal. Wie bei so sehr unterschiedlichen Filmen wie D.W. Griffiths „Intolerance“ und Paul Thomas Andersons „Magnolia“ sind wir eingeladen, diese Geschichten von einem gottgleichen Standpunkt aus zu sehen und die Synchronizität zu schätzen. Hier geht es um mehr als um einzelne Leben. Es geht um kollektive Erfahrung.

Woolf, der zwischen 1923 und 1941 zu verschiedenen Zeiten zu sehen ist, schreibt gerade den Roman „Mrs. Dalloway“, die wichtige Themen in ihrem Leben anspricht, sowohl als Mensch als auch als Künstlerin. Während sie über diese Dinge nachdenkt, muss sie auch ihr Leben mit ihrem Ehemann Leonard (Stephen Dillane), ihren Hausmädchen und ihrer Schwester Vanessa Bell (Miranda Richardson) verbringen, die alle von ihrem emotional gequälten Verhalten verwirrt und besiegt sind.

Laura Brown (Julianne Moore), eine Hausfrau in Los Angeles in den 1950er Jahren, hat begonnen, „Mrs. Dalloway.' Einsam und unerfüllt in ihrem Leben mit ihrem Mann (John C. Reilly) ist sie überrascht, wie stark der Roman sie berührt.

Und im aktuellsten Segment ist Clarissa Vaughan (Meryl Streep), eine New Yorkerin, dabei, eine lebensbejahende Party für Richard (Ed Harris), einen ehemaligen Ehemann und Künstler, der sich im Endstadium von AIDS befindet, zu schmeißen. Richard, der sich weigert, das sterbende Adlige zu spielen, testet auf Schritt und Tritt ihre ohnehin angeschlagenen Nerven.

Clarissas spirituelle Verbindung zu dieser Geschichte? Sie teilt den Vornamen der fiktiven Mrs. Dalloway und wurde einst Mrs. Dalloway genannt. Drittens beschäftigt sie sich wie die anderen beiden Frauen mit Fragen des Todes, der Last des Überlebens und der moralischen Verantwortung gegenüber ihren Lieben. Es gibt auch lesbische Untertöne in jeder Geschichte.

(Ist Ihnen der Begriff 'Chick Flick' in den Sinn gekommen? Werfen Sie ihn weg! Dieser Film ist ganz einfach faszinierendes Geschichtenerzählen. Es geht um überzeugende Charaktere, Punkt.)

In dieser Art von Film – in dem die gleichen Dinge unterschiedlichen Menschen über alle Altersstufen hinweg passieren – gibt es gelegentlich Momente, in denen die Übung hölzern und sich wiederholend wirkt. 'The Hours' ist gelegentlich daran schuld. Manchmal „bekommen“ wir die Dinge ein wenig zu leicht und es lenkt uns ab. Aber die Themen und das Schauspiel sind so kraftvoll, dass diese Fehler leicht umgangen werden.

Aus der Nasenprothese, die Kidman als Woolf trägt, wurde viel gemacht. Für mein Geld befreit es nicht nur Kidman, sondern auch uns. Sie sieht so anders aus als der freche Schauspieler, den wir so gut kennen, dass wir gezwungen sind, ihr zuzusehen, ohne an all das Promi-Gepäck zu denken. In einigen Momenten dachte ich: 'Ein bisschen Nachbessern hätte dem Ding geholfen', aber meistens war ich in ihrer extrem starken Leistung verloren.

Moore ist als Laura außerordentlich zärtlich und kämpft mit ihrer eigenen Sexualität in einer Zeit, in der solche Gedanken dem Kommunismus gleichkamen. (Und was für ein 'Hours'-artiger Zufall, dass sie nach 'Far From Heaven' wieder eine Hausfrau der 1950er Jahre ist.)

Was Streep angeht, ist ihre Schauspielerei brillant. Sie können sich vorstellen, wie ihr alter Schauspiellehrer den Schülern Videos zeigt und sagt: „Siehst du? Das ist wie man es macht.' Was natürlich dazu führt, dass Sie sie mit einem Martha Stewart-Kochbuch schlagen möchten. Aber in 'The Hours', seien wir mal ernst, sie ist großartig. Und sie sorgt dafür, dass ihr Segment genauso stark schwingt wie die anderen beiden. Sie wird von Harris mehr als unterstützt, dessen übellauniger, direkter Richard ein denkwürdiger Gegner ist. Man liebt den Film nicht nur wegen seiner Struktur, sondern wegen der verfolgten Leute darin, die sich gegenseitig unglücklich machen, aber sich gegenseitig zwingen, sich dem zu stellen, wer sie sind.

DIE STUNDEN (PG-13, 114 Minuten) -- Enthält ausgereifte thematische Elemente, einige verstörende Bilder und einige Obszönitäten. Bei AMC Mazza Gallerie, Loews Georgetown und Cineplex Odeon Shirlington.

Nicole Kidman, links, als Virginia Woolf, Julianne Moore (umarmt Jack Rovello) und Meryl Streep bringen kraftvolle Performances zu ihren parallelen Geschichten in 'The Hours'.