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Lauper, Ullman, Wilson: Pop zum Spaß

AMERIKAS Cyndi Lauper, Englands Tracey Ullman und die australische Hoffnungsträgerin Pat Wilson sind die Funny Girls des Rocks, kleiden sich in Secondhand-Shop-Styles und kreieren unwiderstehliche mädchenhafte Videoshows. Mit schwungvollen ersten Alben voller kitschigem Gurren bringt dieses Trio Farbe und Schwung in die Pop-Szene des Frühlings.

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Es wurde viel darüber geschrieben, wie Cyndi Lauper aus New York aussieht und spricht – sie wurde als Betty Boop und Lucille Ball des Rocks bezeichnet. Aber abgesehen von den regenbogenfarbenen roten Haaren, den verrückten Videos und dem Helium-Talkshow-Geschwätz hat Lauper die stärkste Persönlichkeit der neuen Rockfrauen und ist bereits die Rockband, die Bette Midler nie ganz war. Auf dem treffend betitelten 'She's So Unusual' (Portrait FR 38930) lässt Lauper den stimmlichen Exzentrizitäten, die sie im inzwischen nicht mehr existierenden Blauen Engel entwickelte, freien Lauf. Lauper ist eine unkonventionelle Sängerin – ihre Stimme scheint nicht für Feinheiten geeignet zu sein –, aber sie macht ihre stimmlichen Mängel mit manischer Energie, dramatischem Sinn und schwindelerregendem Humor mehr als wett.

Es ist eine vielseitige Stimme – Lauper kichert, gurgelt, würgt und kreischt, schneidet Zeilen aus Fernsehwerbung, alten Filmen und anderen Sängern ab. In der wahnsinnig schwindelerregenden Hymne „Girls Just Want to Have Fun“ leiht sich Lauper sogar einen zwitschernden Schluckauf aus Michael Jacksons Arsenal an stimmlichen Spezialeffekten, und „He's So Unusual“ beginnt mit einem kratzigen Betty-Boop-Song und endet mit Laupers haarsträubender Mimik von Yoko Onos Catergeschrei.

Ihre skurrile Überarbeitung von Princes 'When You Were Mine' mit Laupers gespielter männlicher Harmoniestimme fügt Princes bereits durcheinander geratener Botschaft eine weitere Ebene der Geschlechterverwirrung hinzu, und sie liefert ihre zweite Single, die zarte Ballade 'Time After Time' mit ein melodramatisches Krächzen. Lauper glänzt auch bei knallharten Rockern wie 'She-Bop', einer entfesselten Ode an den Selbstmissbrauch, und einem schreienden, knurrenden 'Money Changes Everything'. Lauper tritt am Donnerstag mit Joe 'King' Carrasco im Ritchie Coliseum der University of Maryland auf.

Mit ihrem Debütalbum 'You Broke My Heart in 17 Places' (MCA 5471) versucht die englische Fernsehcomikerin Tracey Ullman eine Wiederbelebung einer One-Woman-Girlgroup, die wie die 80er-Jahre-Erbin des Erbes von Petula Clark und Lulu aussieht. Aber Ullman will auch lachen - sehen Sie sich nur ihre Videos und ihre Plattenjacke an, in der Ullman in einer wilden Auswahl an herzigen Hüten, Boas und unverschämten Wimpern verkleidet zu sehen ist.

Ullman und Produzent Peter Collins haben ein Dutzend Songs ausgewählt, die von Pyjama-Partystimmung überflutet sind – viele davon sind amüsante Coverversionen von fast vergessenen Hits der 60er Jahre. Ullman strebt nach Lesley Gores patentierter Marke von aufgerissener Unschuld und Verletzung, aber es ist offensichtlich, dass jedes kleine Schluchzen und Seufzen berechnet wird. Und Collins baut eine knallige Klangwand auf, die jeden klanglichen Zentimeter mit Orgeln, Kirchenglocken, Kastagnetten und Handklatschen vollstopft, während Ullmans ultra-echohafte Stimme darüber schwebt.

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Zu den Covern gehören eine atemberaubende Aufnahme von 'Move Over Darling' (das Doris Day zuerst in 'Pillow Talk' sang), die zungenverdrehende Rock 'n' Roll-Litanei 'Life Is a Rock (But the Radio Rolled Me)' und eine Version von 'Bobby's Girl', das, obwohl mit synthetischen Hörnern und Streichern rhythmisch aufgepeppt, nichts zum Original hinzufügt. Unter den neuen Songs ist Kirsty MacColls 'They Don't Know' eine sofort einprägsame Du-und-ich-gegen-die-Welt-Nummer, während der Höhepunkt der Platte der clevere Titeltrack ist. 'Shattered', eine weinerliche Ballade mit Echos von Schlagzeug und Bass, sorgt für einen Hauch von Fackel.

Weniger gut schneidet Ullman mit Uptempo-Nummern ab. 'Long Live Love' gelingt die unwahrscheinliche Kombination der Tijuana Brass mit einer Strandparty-Hymne, aber Ullman enthält eine unnötige Kopie von Blondies frühem Hit 'I'm Always Touched by Your Presence Dear', ohne Debbie Harrys unheimliche Abgeschiedenheit.

Die Australierin Pat Wilson dürfte mit ihrer lustigen Fünf-Song-Mini-LP 'Bop Girl' (Warner Bros. 9 25072-1B) bei der augenzwinkernden Menge für Aufsehen sorgen. Wilson erschafft eine Comicfigur, die den Strand erobert ('Bop Girl Goes Surfing'), vor 'Killer Bees' davonläuft und alles in Sichtweite 'Tacky' ausspricht.

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Obwohl Wilsons Stimme nicht so unverwechselbar ist wie die von Lauper oder Ullman, heben sich ihre bizarren Songkonzepte von ihr ab – alles auf reduzierte Tanzmusik, die an den elementaren Rock der B-52 erinnert, gemischt mit elektronischem Reggae.