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'Michael Richards': Kramer minus Kramer

Also - ist es so schlimm, wie es Gerüchte besagen? „Oh, es ist schlimm“, könnte Cosmo Kramer selbst sagen. Kramer war natürlich der liebenswerte Großstadtflitzer, gespielt von Michael Richards in der unsterblichen Sitcom „Seinfeld“.

Bei Kramer war es nicht so sehr, was er sagte, sondern wie er es sagte. Bei Vic Nardozza, den Richards in 'The Michael Richards Show' spielt, ist es keines von beiden. Eine unbehagliche Mischung (definitiv keine „Mischung“) aus halbherziger Farce und erfundenem Slapstick, „Richards“ kommt nach Monaten des besorgten Gemurmels, dass es von „Problemen“ heimgesucht wurde. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand die heutige Premiere sieht und zu dem Schluss kommt, dass diese Probleme gelöst sind.

'The Michael Richards Show' ist immer noch viel bedrängt. Besessen, verpfuscht und besessen.

Schade mehr, viel mehr, denn Richards war eine der großen Entdeckungen von 'Seinfeld'. Seine Leistung trug dazu bei, Kramer einen festen Platz im Pantheon der großen Sitcom-Kumpels zu sichern, direkt neben Art Carney als Ed Norton (von 'The Honeymooners'), dem Kramer etwas ähnelte.

Aber in der 'Michael Richards Show' von NBC, heute Abend um 8 Uhr auf Kanal 4, existiert Vic Nardozza trotz all der angeblichen Basteleien immer noch hartnäckig nicht.

Es gibt keinen Charakter, nur Aspekte von Kramers Schatten. Wo Kramer manchmal lächerliche Pläne schmiedete, denen er arglos treu blieb, ist Nardozza nur ein schwacher Schwachkopf, die Arglosigkeit wird durch einen Schimmer unanständiger Gemeinheit ersetzt.

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Ein Beispiel: Nardozza, die für eine Detektei in Los Angeles arbeitet, hat eine neue Mitarbeiterin in der gutmütigen Stacey Devers, gespielt von der ernsten und sympathischen Amy Farrington.

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Wiederholt ist Nardozza unhöflich, abweisend oder böse zu ihr, und er scheint unerklärlicherweise nicht zu bemerken, wie sie das Büro aufhellt.

'Seinfeld' hatte eine erstaunliche, waghalsige Respektlosigkeit, die zum Beispiel in der berühmten 'Bubble Boy'-Folge brillant verkörpert wurde. Die Autoren der Show beschworen einen jämmerlichen jungen Mann, der in einer keimfreien Umgebung leben musste, die von Wänden aus durchsichtigem Plastik geschützt war – außer dass er sich als mürrischer Tyrann mit der Veranlagung eines geschwürigen Hollywood-Moguls entpuppte.

In Richards' Show heute Abend schleudert ein Mann, der Kindersport trainiert, einen Völkerball auf einen kleinen Jungen und lacht vor lauter Freude, als er dem Jungen auf die Beine schlägt. Das ist lustig?

Nein, obwohl Gacker auf dem Soundtrack so zu denken scheinen. Man kann sehen, wie die Autoren von „Richards“ auf ihre verdrehte Art denken, dass sie irgendwie auf derselben grausamen, aber komischen Wellenlänge sind, die „Seinfeld“ ritt. Diese Domäne beherrschen sie jedoch bei weitem nicht.

Eine Aufgabe der Autoren besteht darin, Ausreden für Richards zu finden, körperlich zu werden. Heute Nacht wird er angeheuert, um die Loyalität einer jungen Frau zu testen, mit der ein dicker Kunde verlobt ist. Nardozza möchte die Rolle des gutaussehenden Gigolos aussehen, also verbringt er den ganzen Nachmittag im Fitnessstudio und kommt so mit großen Schmerzen zu seinem Einsatz. Wenn er zu tanzen versucht, kann er sich nur steif durch den Raum schlagen und fällt schließlich hin. Dies ist genau die Definition von „gekünstelt“. Und unlustig.

Manchmal dauert es länger, einen dieser langwierigen Pratfalls einzurichten, als ihn auszuführen. In einer zukünftigen Episode versucht Nardozza, Blut-, Speichel- und Urinproben von einem großen Manager zu erhalten, der des Drogenmissbrauchs verdächtigt wird. Die Bühne ist bereit für wilde Richards-Riffs – die sich als Zahnarzt, Caddie oder Blutmobilfahrer ausgeben –, aber sie werden fast in dem Moment verlassen, in dem sie auftauchen.

Die Autoren scheinen ihre eigenen Ideen zu hassen, zu Recht oder nicht; das Ziel ist, alles so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Das bedeutet, dass nichts gebaut oder entwickelt werden darf. Auch wenn Richards auf einer vielversprechenden Spur zu sein scheint, wird er sofort eingeholt, damit die Show zum nächsten kleinen Ding übergehen kann.

Zu den Nebendarstellern zählen neben Farrington der schlaue und sympathische Tim Meadows von 'Saturday Night Live' als voyeuristischer Fotograf (aber sind das nicht alle?), Bill Cobbs als erfahrener Detektiv und William Devane als der oft abwesende Besitzer von die Detektei.

Einer der Vorspann lautet 'Erstellt von Spike Feresten & Gregg Kavet & Michael Richards & Andy Robin.' Es brauchte all diese Schriftsteller und all diese kaufmännischen Und-Zeichen, um dies zu 'erschaffen'? Wahrscheinlich bedeutet es nur, dass alle vier den Piloten von heute Abend neu geschrieben haben. Vielleicht hätten sie auch den kaufmännischen Und-Zeichen eine Chance geben sollen.

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Übrigens wird der sadistische Penner, der den kleinen Jungen mit dem Völkerball bewirft, für die Tat bestraft, wenn auch mit Verspätung. Verwechselt mit jemand anderem landet er mit gebrochenen Beinen im Krankenhaus.

Wie ist das für lustig? Wie Sie sich vielleicht erinnern, hatte Kramer die Angewohnheit, „schwindlig“ zu sagen, wie ein Mann, der auf einem Pferd reitet, auch wenn keine Pferde in der Nähe waren. Richards sollte es auch sagen – und dann vor seiner eigenen Show davonlaufen wie eine Fledermaus aus der Hölle. Was unter den gegebenen Umständen so ziemlich das ist, was er sein würde.