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'NAKED GUN' ZIELT AUF POLITIK

THE NAKED GUN 2 1/2: DER GERUCH DER ANGST

Leslie Nielsen, Priscilla Presley, George Kennedy, O.J. Simpson. Regie David Zucker.

1991. Bewertet mit PG-13. (Paramount-Band, 85 Min., Hi-Fi-Stereo, CC.)

Wird die Nationalgarde eingesetzt?

Als Allzweck-Parodie ist 'The Naked Gun 2 1/2: The Smell of Fear' mit seinem Titel und dem Vorspann unterwegs - angefangen mit der gespielten Anmaßung von 'un film de Jerry Zucker'. Dennoch ist diese Fortsetzung von 'The Naked Gun' von 1988 nicht ganz so laut wie das Original. Das liegt zum Teil daran, dass viele der ursprünglichen Geschäftsteile, die mit Nielsens Clouseau-ähnlichem Lt. Frank Drebin verbunden waren, ein paar Mal zu oft recycelt wurden.

Das liegt auch daran, dass Nielsen selbst in der Fortsetzung selbstbewusster wirkt als im Original. Nichtsdestotrotz behält er das ansprechende Pathos eines einst gescheiterten romantischen Hauptdarstellers, der Ruhm und Reichtum durch eine ernste Parodie auf jede Hollywood-Detektivromanze in Erinnerung findet.

Presley ist wieder zur Stelle, um ein verrücktes Liebesinteresse zu liefern, und Kennedy und Simpson wiederholen ihre dämlichen Sidekick-Routinen aus 'The Naked Gun'.

Anstatt sich die Königin von England in Nielsens wahnsinnige Machenschaften zu verstricken, werden George Bush (John Roarke) und seine Frau Barbara (Margery Ross) diesmal Opfer von Nieslens versehentlich sadistischer Slapstick. In gewisser Weise wird die „2 1/2“-Kälte wahrscheinlich vom Nationalen Demokratischen Komitee als brutaler Angriff auf die Gleichgültigkeit des Präsidenten gegenüber der Umwelt verwendet (eine Sache, für die Zucker sich sehr engagiert).

Obwohl Robert Goulets finsterer Quentin Hapsburg der vorgebliche Bösewicht des Films ist, sind die eigentlichen Ziele die Bushes und Peter Van Nordens John Sununu. Nur Dan Quayle fehlt in Zuckers Liste der Umweltfeinde im Weißen Haus.

Um zu zeigen, dass sein Humor unparteiisch ist, konstruiert Zucker jedoch einen ausgeklügelten Anblick-Gag, indem er eine Bar mit einsamen Herzen mit Bildern berühmter Katastrophen wie der Titanic, der Hindenburg und Michael Dukakis schmücken lässt. Meistens ist diese sehr schaumige Farce jedoch - erfrischender - deutlicher politisch als fast jeder 'ernste' Film der letzten Zeit.