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Skizzenhaftes 'Geschichtenerzählen'

'GESCHICHTENERZÄHLEN' geht es wohl um das Biest in uns allen – zuverlässige Steuerzahler, nette Vorstadtnachbarn und anständige gottesfürchtige Leute, wie wir auch scheinen mögen. Ich spreche von Rassismus, Sexismus und anderen „Ismen“, die unter unserem Anstand knurren und heulen.

Wenn Ihnen das ein wenig schulpapierhaft vorkommt, ein wenig zu einfach, ist dies die gelegentlich unbeabsichtigte Wirkung von Todd Solondz' postmoderner Satire. [] Es verspottet die Vorstadtmenschen manchmal ein wenig zu offensichtlich. Aber zu jedem Zeitpunkt kann „Storytelling“ auch inspiriert, urkomisch, unangenehm oder gruselig sein.

Unbequem und gruselig? (Wir wissen, dass dein inneres Biest mehr hören will.) Nun, Solondz' neuster Film ist nicht so pikant verstörend wie 'Happiness'. Dieser Film von 1998 beinhaltete Päderastie, Masturbation und Aussagen wie diese von Lara Flynn Boyle: 'Wenn ich nur als Kind vergewaltigt worden wäre, dann wüsste ich Authentizität.'

'Storytelling' ist jedoch kein Problem, wenn es um das Drücken von Knöpfen geht. Es gibt eine Sexszene zwischen einem afroamerikanischen Lehrer für kreatives Schreiben (Robert Wisdom) und einer weißen College-Studentin namens Vi (Selma Blair), die voller anschaulicher sexueller und rassischer Symbolik ist.

Und im zweiten der beiden Kapitel des Films missbraucht ein giftiger Teenager namens Mikey (Jonathan Osser) die salvadorianische Putzfrau seiner Familie mit vorgetäuschter Unschuld.

'Consuela', sagt Mikey triefend vor Herablassung, 'es tut mir leid, aber du weißt, wenn du kein Englisch sprichst, kann ich dich nicht verstehen.'

Der erste, kürzere Abschnitt des Films (mit dem Titel 'Fiction') spielt Mitte der 1980er Jahre und handelt von den kleinen Ego-Kämpfen von Studenten des kreativen Schreibens in einer College-Klasse, die von Mr. Scott (Wisdom) geleitet wird. Als der Professor die Arbeit von Marcus (Leo Fitzpatrick), einem Studenten mit Zerebralparese, anprangert, weckt er bei Marcus' Freundin Vi sexuelles Interesse.

Ihre Neugier zwingt sie, den Lehrer in einer Bar abzuholen und mit ihm nach Hause zu gehen. Verbittert über den mangelnden Erfolg, den ihm sein Pulitzer-Preis eingebracht hat, lässt Mr. Scott seine Frustration – so scheint es – an seinen Schülern aus.

Vi ist der Letzte, der seinen sexuellen Forderungen nachgibt; Sie ist auch gezwungen, rassistisch abfällige Ausrufe zu machen. Um sich über die Zensoren lustig zu machen, die 'Storytelling' eine NC-17-Bewertung gegeben hätten, platziert Solondz ein großes rotes Rechteck über der Sexszene.

kleidung riecht muffig nach dem waschen

Wer nutzt wen aus? Im Zusammenhang mit diesem Film bekommt Vi, wonach sie verlangt hat – oder zu sein scheint. Das ist das (absichtlich) beunruhigende Geschäft hier.

Im längeren, unterhaltsameren Abschnitt versucht der plumpe Loser Toby (Paul Giamatti), eine knallharte „Post-Columbine“-Dokumentation über den amerikanischen Teenager Scooby (Mark Webber) zu drehen. Er nennt es 'American Scooby'.

Die Zeit, die er mit Scoobys Familie verbringt, darunter der angespannte Patriarch Marty (John Goodman), Martys verwirrte Frau Fern (Julie Hagerty) und Scoobys zwei jüngere Brüder (Noah Fleiss und Osser), liefert einige der lustigsten Momente des Films.

'Nicht krass, aber was haben wir davon?' fragt Marty.

„Storytelling“ hat seine Höhepunkte. Aber es hat nicht die Dimension und Schwere von 'Glück'. Nach Solondz' eigenen Maßstäben ist es Todd Lite, eine feinere Version dessen, was wir von ihm erwarten. Vielleicht ist es am besten, den Film als eine Reihe ungleichmäßiger Skizzen zu schätzen, anstatt als perfektes Gemälde. Je niedriger Ihre Erwartungen, desto mehr werden Sie es genießen.

-- Desson HoweSTORYTELLING (R, 83 Minuten) -- Enthält Nacktheit, Sexszenen, Obszönität und rassische Beinamen. Im Visions Kino/Bistro/Lounge.

Selma Blair porträtiert in Todd Solondz 'Storytelling' eine Studentin, die in eine komplizierte Affäre verwickelt ist.