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'Sklave der Liebe': Sklave der Ideologie

Der Titel 'A Slave of Love' hat eine charmante antike Resonanz. Es erinnert an eine vergangene Theater- und Filmzeit, verkörpert von Heldinnen, die in überfüllten oder exotischen, melodramatischen Umgebungen ohnmächtig werden. Im amerikanischen Kontext würde dieser Titel an die Filme der 20er Jahre erinnern. Nicht wenige Geschmacksrichtungen hätten es gebrauchen können: Rudolph Valentino, Gloria Swanson, Theda Bara, Cecil B. DeMille, Elinor Glyn. Es könnte von Comicstars wie Marion Davies oder Ben Turpin scherzhaft beschworen worden sein.

Der sowjetische Regisseur Nikita Mikhalkov beschwört mit „Ein Sklave der Liebe“ ein sterbendes Gesellschaftssystem herauf, die Alte Ordnung, die von der bolschewistischen Revolution hinweggefegt wird. Nastalgische, elegaische Impulse mögen Mikhalkov in die Vergangenheit locken, aber sie ergeben sich kampflos seiner orthodoxen Sichtweise des politischen und historischen Schicksals. Seine Heldin, der eitle, flüchtige Star frivoler Filmromanzen, kann ihre Existenz nur rechtfertigen, indem sie sich in einen absurd sentimentalen Märtyrer der Revolution verwandelt.

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Jetzt im Outer Circle 2 kommt 'A Slave of Love' zu einem ausgemachten, plattigen Ende, indem es eine Filmfirma zeigt, die vergeblich versucht, einen letzten Potboiler zu drehen, bevor sie von den Ereignissen überholt wird. Das Unternehmen hat seinen Sitz in südrussischen Gefilden, die noch nicht unter bolschewistischer Kontrolle stehen, und erwartet einen führenden Mann, Maksakov, der sich als No-Snow entpuppt, der zu Hause in Moskau zur Revolution übergegangen ist.

Die Geschichte könnte genau hier enden, da die Truppe vergeblich auf Maksakov wartet. Tatsächlich scheint der Film drei- oder viermal zu verpuffen, als die Hauptdarstellerin Olga, gespielt von Elena Solovei, in die Ferne tritt und die Abgänge von Chaplins Landstreicher und George C. Scotts General Patton widerspiegelt. Schließlich verschwindet sie für immer, nachdem sie in revolutionäre Intrigen verwickelt wurde und ihre oberflächlichen Augen von einem verliebten Techniker geöffnet wurden, der die Kamera der Firma benutzt hat, um heimlich weißrussische Gräueltaten aufzuzeichnen.

Die Umstände rund um Olgas letzte Rezession sind herrlich bescheuert. Ihr Verehrer vertraut ihr belastende Filmsequenzen an, bevor sie von der örtlichen Polizei erschossen wird. Eine Teetasse und eine Untertasse zittern in Olgas Händen, als sie Zeugin dieser Tragödie wird.

Zurück am Set folgt ihrem erfolglosen Versuch, den für den Tod ihres elenden Geliebten verantwortlichen Unglücklichen zu ermorden, schnell ein erfolgreicher Versuch der lokalen Bolschewiki. Sie beschlagnahmen einen Wagen und stellen Olga aus Sicherheitsgründen darauf. Leider erweist sich der Fahrer als Reaktionär und verrät seinen Beifahrer an vorbeifahrende Soldaten. Als sie das letzte Mal gesehen wird, wird Olga in einem außer Kontrolle geratenen Wagen von Kavalleristen verfolgt. Unterdessen scheint ein neuer Tag über einer verschwommenen Mutter Russland zu dämmern.

Es ist schwer zu sagen, ob Mikhalkov erkennt, wie wenig er zwischen seiner eigenen Handlung und den Szenarien von Olgas Hauptfahrzeugen wählen kann. Wenn er etwas Ironisches beabsichtigte, überkommt ihn die Ironie. Olga ist das wackeligste aller Embleme. Es erscheint anfangs lächerlich, sie als Beispiel bürgerlicher Selbstgefälligkeit oder Überalterung herauszugreifen. Am Ende erscheint es ebenso lächerlich, sie zum revolutionären Heldentum zu befördern.

Mikhalkovs filmische Vorstellungskraft scheint der Ideologie ausgeliefert zu sein. Wenn Olga und ihre Welt jemals eine Bedrohung für den Fortschritt darstellten, sind sie längst keine wirksame Reaktion mehr. Für die meisten Filmleute existiert die russische Filmgeschichte nicht einmal vor der Revolution. Vielleicht lässt gerade die Lockerheit der Darstellung in 'A Slave of Love' Zweifel aufkommen, inwieweit diese veraltete Gruppe von Hacker-Filmemachern verwendet werden kann, um auf Lektionen in der Geschichte hinzuweisen.

Es gibt keine Dringlichkeit in Mikhalkovs Richtung. Der Bildstil lässt vermuten, dass Claude Lelouch einem russischen Tagtraum frönt. Mikhalkov dupliziert sogar Lelouchs Vorliebe für Kontemplation in statischer Totale, was auf ein tiefes Bedürfnis nach malerischer Gelassenheit hindeutet. Manchmal sind seine Kameras so gelassen von den Schauspielern entfernt, wie sie Emotionen vermitteln, dass man sich fragt, ob sie sich nicht ein bisschen genervt fühlten.

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Zwischen konventioneller Verpackung und Polemik verkommt „A Slave of Love“ zu einer nervigen Kleinigkeit.