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SYNTH-POP NEU ENTWICKELT FÜR DIE '90ER

IN SEINER relativ kurzen Lebensdauer wurde Synth-Pop öfter wiedergeboren als Rock 'n' Roll. Von den deutschen Experimentalisten der 70er Jahre über Glam-Rock, Disco und New Romantics bis hin zu zeitgenössischem House, Hip-Hop und Techno hat sich Synthesizer-getriebene Musik zwischen frisch und abgedroschen, Mainstream und Underground, verehrt und geschmäht. Der Techno-Wahn hat die kommerzielle Schlagkraft längst obskurer Outfits wie The Shamen und Finitribe erhöht, aber das Subgenre produziert wie jedes andere sowohl One-Hit-Wonder als auch Institutionen: Manche Synth-Popper flackern und verblassen, während Bands wie 808 State haben sich so etabliert wie jedes gitarrenbasierte Äquivalent. Um einen Sound Bite von diesen Alben zu hören, rufen Sie 202/334-9000 an und drücken Sie nach jeder Rezension die Nummer.

808 Zustand 'Herrlich' (ZTT/Tommy Boy). Dieses meist instrumentale Manchester-Trio, das am Donnerstag um 9:30 im Club auftritt, macht alles mit Synthesizern, aber seine Musik ist oft am interessantesten, wenn sie außerschulische Elemente enthält. Die wummernden Beats von „Colony“ oder dem Hip-Hop „Timebomb“ sind lebhaft genug, und „Plan 9“ hat Momente, die sich als großartig qualifizieren, aber die bemerkenswerten Tracks beinhalten alle Außenseiter: Ian McCulloch hilft dem Staat, eine neue Ordnung zu schaffen. ly Song auf 'Moses' definiert Caroline Seamans mehrspuriger Gesang das Cocteau Twins-artige 'Europa' und 'One in Ten' ist ein nicht überraschender Remix der frühen UB40-Single. Für einen Sound Bite drücken Sie 8135.

Finitribe 'An Unexpected Groovy Treat' (Epic/One Little Indian). Ob es nun ein Leckerbissen ist oder nicht, dieses Album gilt als unerwartet; Von diesem Ensemble in Edinburgh war wenig zu hören, seit Chris Connelly die Wax Trax-Szene in Chicago verlassen hatte. Diese Gruppe rühmt nicht nur die Tugenden ihrer eigenen Silizium-Chip-Tribal-Dance-Musik, sondern hat auch angelaufenen Futurismus, zusammen mit Liebe, Sex und dergleichen zum Thema; Die Musik des Tribes ist so makellos wie die Welt der Jetsons, aber das hämmernde 'Forevergreen' argumentiert, dass 'die Zukunft abgesagt wurde'. Die Beats sind unerbittlich, aber das ist abwechslungsreicher als viel Technomusik und hat auch Humor: Cartoon-Hahn Foghorn Leghorn kommentiert mehrere Tracks. Für einen Sound Bite drücken Sie 8136.

Low Pop Selbstmord 'Am Handelskreuz' (Weltherrschaft / Kapitol). Dies ist überhaupt keine Synthesizer-Band, aber ihre grüblerischen Texturen und absichtlichen Rhythmen zeigen eine signifikante Verwandtschaft mit dem Genre, ähnlich wie die erste Band des Low-Pop-Bassisten Dave Allen, die synth-lose Gang of Four, viel mit Elektrobeat-Kollegen wie teilte Cabaret Voltaire und Prag Vec. Das Trio greift auf Heavy Metal zurück und beendet 'Imagine My Love' mit einer Hendrix-Hommage, aber die Gitarre von Sänger Rick Boston sorgt hauptsächlich für Farbgebung. Songs wie 'Here We Go' und 'Disengaged' zeichnen sich vor allem durch einen unversöhnlichen Techno-Funk-Puls aus; Allen und Schlagzeuger Jay Ward spielen zwar Live-Instrumente, streben aber nach Maschinenherrschaft. Für einen Sound Bite drücken Sie 8137.

The Shamen 'Boss Drum' (Epic/One Little Indian). In Großbritannien berüchtigt für ihre verbotene Hitsingle 'Ebeneezer Goode' - nicht ohne Grund als Befürwortung der trendigen illegalen Euphorie Ecstasy angesehen - ist dies das zweite Album dieser schottischen Gruppe, seit sie sich der 'Acid House'-Parade angeschlossen hat. Hauptsächlich ein Schaufenster für sprunghafte elektronische Beats – „der Rhythmus, der schon immer im Inneren war“, skandiert Colin Angus im Titelsong – und spacige Soundeffekte, Tracks wie „LSI (Love Sex Intelligence)“ sind unbestreitbar antreibend, wenn nicht eher einer -dimensional. Zumindest der umstrittene 'E's are good'-Refrain, so albern er auch ist, zeigt den Shamen, der über etwas anderes als seinen eigenen hämmernden Beat singt. Für einen Sound Bite drücken Sie 8138.

Höchste Liebesgötter 'Höchste Liebesgötter' (Def American). Dieses Quartett, das zum 808 State Thursday eröffnet wird, hat eine traditionelle Gitarre-Bass-Drums-Besetzung, aber sein Sound ist stark elektronisch und seine Sensibilität ist Post-Sampler. Gitarrist Tommy Joy wird auch die 'Programmierung' zugeschrieben, und sowohl digitalisierte Perkussion als auch tiefgreifende Studiotechnik definieren dieses Album, dessen 'Original'-Songs manchmal Teile anderer Leute enthalten: 'All Over' ist teilweise von 'It's All Over Now' abgeleitet ', während 'Souled Out' einen Teil seines Refrains 'I Am the Walross' verdankt. Die Scheibe endet mit der erwarteten geklimperten Ballade, aber sie ist am interessantesten in ihrer elektronischsten Form. Für einen Sound Bite drücken Sie 8139.