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'Titan A.E.': Vom Urknall zum Big Bust

'Titan A.E.' sprengt Sachen richtig gut, auch unseren eigenen Planeten.

Als Mutter E. es am Anfang bekommt, absorbiert sie einen blauen Energieblitz von einem außerirdischen Raumschiff. Das alte Mädel scheint grotesk anzuschwellen, todschwanger, während ein paar glückliche Homo sapiens in Schiffen, die wie Zahnpastatubes aussehen, auftauchen.

Der große Kaboom ist ziemlich cool: Es ist ein perkussives orangefarbenes Ding, ein Fiebertraum von Napalm und der 4. Juli zugleich, das scheint tatsächlich etwas zu wiegen; es rollt in einer flammenden, taumelnden Welle nach außen und zerstückelt alles, was vor ihm kommt, während der Heimatplanet in große zufällige Stücke zerbrochen wird.

Und das ist das Problem bei 'Titan A.E.': Die Explosionen haben mehr Persönlichkeit als die Menschen.

Dieser Film ist ziemlich gut, solange er den Mund hält. Sobald das Kläffen beginnt, stirbt der Film demütig, während Sie sich auf den Sekundenzeiger Ihrer Uhr konzentrieren, der Ihr Leben wegfegt.

Ein Jahrtausend später ist es im Wesentlichen eine Neuinterpretation des ursprünglichen 'Star Wars', das von den Disney-Animatoren Don Bluth und Gary Goldman vor langer Zeit zu einem ausgeklügelten Cartoon entwickelt wurde. Der Film zeichnet die Abenteuer eines frechen jungen Luke Skywalker-Typs auf, der sein verlorenes Schicksal findet (er ist der Sohn eines großen Helden) und mit einer bunt zusammengewürfelten Bande von Weltraumfressern und haltungsreichen Girls versucht, einen Schatz zu finden das wird die Erde zur Existenz und die Menschheit zur Majestät wiederherstellen. (Hey, Junge, es ist jetzt nicht sehr majestätisch; bist du dir sicher, dass es den ganzen Ärger wert ist?)

Währenddessen versuchen die gefürchteten, schrecklichen Drej – sie sehen aus wie Chrominsekten mit einem Halbschatten von Dr. Frankensteins blau-weißer Elektrizität, der aus ihren Metallgelenken frisst –, ihn aufzuhalten und mit ihrem Dekontaminierungsprogramm fortzufahren, während sie die verstreuten Überreste auslöschen, die leben auf A (nach) E (Erde).

George Lucas hatte natürlich die Gabe der Synthese: Er konnte jugendliche Gelassenheit, hohes Abenteuer, Hundekämpfe bis zum Tod, Nazi-Symbolik, Schießereien, mythische Resonanz, Fechten, Togas, lustige Haare und alte britische Schauspieler zu einem Meisterwerk der Popkultur kombinieren .

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Bluth und Goldman, die sich vor allem mit Filmen wie 'The Secret of NIMH' und 'The Land Before Time' und vor allem dem qualvollen 'Rock-a-Doodle' einen Ruf als Gegen-Disney gemacht haben, sind nicht annähernd so weit so begabt oder visionär. Sie haben eine wunderbare visuelle Vorstellungskraft, aber fadenscheinige Fähigkeiten im Geschichtenerzählen.

Der Film gelingt manchmal als außergewöhnliches visuelles Dokument, aber als dramatisches stürzt er immer wieder ab und brennt an seiner eigenen Banalität. Matt Damon und Drew Barrymore liefern die Stimmen für die jugendliche Heldin und Heldin Cale und Akima, und zwischen ihrer eigenen Einfachheit der Darbietung und dem absoluten Pap des Schreibens wird es schmerzhaft, den Film zu hören.

Noch schlimmer ist, dass die Charakteranimation völlig unbeteiligt ist, insbesondere die von Cale. Sein Vorgänger aus Fleisch und Knochen, Mark Hamill, war zwar kein Laurence Olivier, aber er war zumindest in der Lage, ein Innenleben, eine tragische Dimension, eine Bitterkeit und eine aufkommende Gravitas anzudeuten.

Cale ist nur ein Junge mit dem Gesicht eines Hitlerjugend-Kalenderjungen aus einem von Himmlers homoerotischen Träumen. Er sieht aus wie eine Comicfigur und genau das hat 'Titan A.E.' is't sell: Es will kein Cartoon sein, sondern ein echtes Feature, das nur nebenbei animiert ist.

Aber seien wir fair: Akima ist ein Fuchs, und die Enttäuschung, dass hinter ihrer asiatischen Geschmeidigkeit Drew Drew steckt, nicht jemand wie die fabelhafte Lucy Liu.

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Bill Pullman spricht die zynische Rolle von Korso im Han-Solo-Stil, dem Guten-Bösewicht, der immer versucht, herauszufinden, was für ihn drin ist, und selbst hinter der distanzierenden Leinwand der Animation ist Bill Pullman kein Harrison Ford.

Der Rest sind 'Splosionen, Schießereien, mehr 'Splosionen, mehr Schießereien, wie sie von extrem uninteressantem Rock-Muzak vorangetrieben werden.

Nur in den ersten Minuten, als die Drej mit dem Gedanken an Völkermord auf der Erde ankommen, packt und zittert der Film wirklich vor drohender Tragödie; aber A.E. spult 15 Jahre vor und versetzt Cale in seine späte Adoleszenz-Weinphase, und es verliert sich in den Sternen.

Titan A.E. (95 Minuten, in den Kinos der Gegend) wird als PG eingestuft, weil die Cartoongewalt der Erde explodiert und Dutzende von Außerirdischen zurück auf die subatomare Ebene gezapft werden.