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TOM PETTY DER HERZBRECHER

Tom Petty und die Heartbreakers wollten letzte Nacht eine gute Zeit im Capital Center haben. Für den Anfang war die Kulisse surreal: Kronleuchter beleuchteten die Bühne, Totempfähle flankierten sie und ein riesiger knorriger „Zauberbaum“ diente der Band als Kulisse und Requisite.

Die theatralischen Akzente waren noch nicht abgeschlossen. Fünfundvierzig Minuten nach Beginn der Show jagten drei Charaktere, die sich als die Präsidenten Bush, Reagan und Nixon verkleidet hatten, während einer Stroboskop-Version von 'Don't Come Around Here No More' Petty über die Bühne, bis er sie mit einem Mammutfrieden verbannte Unterschrift. 'Wenn ich das jeden Abend mache', sagte er der Menge, 'werde ich so viel Spaß haben, wie ich kann.'

Und es hat Spaß gemacht, auch wenn die Songs viel mehr durch ihre eingängigen Refrains – eifrig gesungen von den 12.000 Stimmen – als durch ihre Substanz auffielen. Mit „Kings Highway“, einem der stärksten Tracks seines aktuellen Albums „Into the Great Wide Open“, eröffnete Petty, wie straff und lebendig die Heartbreakers klingen können, wenn es auf den Song ankommt. Mike Campbell schnürte diesen und andere Rocker aus einem Dutzend Jahren mit abwechselnd fließenden und durchdringenden Gitarrenlinien, Benmont Tench fügte kräuselnde Keyboardläufe hinzu und Schlagzeuger Stan Lynch lieferte einen bootenden Wallop.

Petty jedoch war der Star des Abends. Besonders beeindruckend war das Akustikset mitten in der Show, bei dem er Van Morrison ('ein großer irischer Dichter') und Roger McGuinn (mit dem Byrdslike 'American Girl') huldigte.

Es gab farbenfrohe Erinnerungen an Pettys Status als reisender Wilbury, genauso sicher wie immer an den Einfluss seines Wilbury-Kollegen Bob Dylan auf ihn als Sänger und Songwriter. Darüber hinaus hatten die Heartbreakers trotz des oft gemächlichen Tempos der Show keine Schwierigkeiten, die Hitze zu erhöhen, wenn es darauf ankam, besonders gegen Ende, als ein mitreißendes „Refugee“ der dylanischsten Performance des Abends wich, einer Zugabe von „The Waiting“. .'

Die größte Herausforderung, vor der Singer-Songwriter Chris Whitley während des Eröffnungssets stand, bestand darin, seine Songs aus 'Living With the Law', seinem atmosphärischen Debütalbum, an die Bühne anzupassen. Es gelang ihm zum größten Teil, indem er „Poison Girl“ und andere Melodien auf das Wesentliche von Gitarre und Rhythmus reduzierte.